Pahlen.org Fotoblog

6Okt/110

Chateau Noisy

Das Chateau Noisy ist ein altes Schloss in Belgien. Von außen ist es eine wahre Pracht, innen leider gar nicht. Einige Etagen sind schon runter gekommen, es hat schon diverse male dort gebrannt und generell ist hier der Verfall schon sehr weit fortgeschritten. Besucht haben wir es bei unserer Motorrad-Reise durch Belgien. (siehe: Motorrad-Reise nach Belgien – Tag 2)

Alle Bilder sind ohne Stativ gemacht worden, deswegen sind manche (leider) etwas unscharf geworden! Auf Grund besonderer Vorkommnisse sind es leider auch nicht allzu viele geworden (vor Allem keine Außenaufnahmen), näheres dazu im Reisebericht.

6Okt/110

Motorrad-Reise nach Belgien – Tag 2

Am zweiten Tag unserer Motorrad-Reise standen wir um etwa halb 9 auf. Eigentlich hatten wir den Wecker auf 8:45 Uhr gestellt, aber irgendwie waren wir vorher schon alle wach - und das nach so einem anstrengenden Tag! Nachdem jeder schnell geduscht hatte, machten wir uns auf zum Frühstück.

Wieder auf dem Zimmer packten wir unsere Sachen und brachten die Koffer schon mal zu den Motorrädern. Wollte noch kurz ein Foto bei Tag von unserem Balkon machen und musste feststellen, dass mein Kameraakku irgendwie leer war. So ein Scheiß! Glücklicherweise hatte ich mir noch kurzfristig einen zweiten Akku bei einem Kollegen ausgeliehen, doch ärgerlich war es trotzdem. Naja, das Bild machte ich trotzdem. :)

Wir machten uns dann auf den Weg, brachten die Karte für unser Zimmer weg und programmierten das Navi. Auf ging es nach Cheratte! Die Fahrt dorthin war - wie die Fahrt am Tag zuvor in Lüttich - echt abenteuerlich, bei Tag aber deutlich übersichtlicher. Angekommen in Cheratte fuhren wir zu dem vorher ausgemachten Parkplatz, stellten die Mopeds dort ab und begaben uns auf das Gelände der Anlage. Dort trafen wir dann auch direkt zwei Niederländer, die aber ziemlich gut Deutsch konnten. Beide waren auch dort, um Fotos zu machen.

(Komischerweise ist Patrick immer vor meiner Kamera geflüchtet, zumindest habe ich keinen Fotos von ihm :P ) Alle weiteren Bilder von Hasard Cheratte werde ich in einem anderen Eintrag veröffentlichen.

Wir verabschiedeten uns von der anderen Gruppe und machten uns wieder auf den Weg zu den Motorrädern. Kurz erholen und dann ging es auch schon wieder auf die Bikes und in Richtung Chateau Noisy. Die Strecke war relativ eintönig, da die Landstraßen irgendwie nur geradeaus gingen. Dort angekommen mussten wir noch einen Parkplatz bzw. eine Möglichkeit suchen, auf das Gelände zu kommen, aber auch das war kein größeres Problem. Wir machten uns also auf den Weg zum Schloss.

Nicht das Chateau Noisy, sondern das Nachbarschloss (vom Turm Noisys aus fotografiert)

Das Schloss ist von außen wunderschön anzusehen. Aber wirklich nur von außen. Innen erwartete uns eine halbe Katastrophe - abgebrannte Fußböden, komplett eingestürzte Etagen und sehr viel Vandalismus. Es ist traurig, aber diese Location ist nicht mehr "lost", die ist "tot". Im Gebäude trafen wir noch einen anderen Fotografen, der anscheinend mit seiner Frau dort war.

Jetzt fragt man sich, warum ich keine Außenaufnahmen habe. Das dritte Highlight der Tour: wir haben die Räumlichkeiten verlassen und wollten vom alten Brunnen aus die komplette Fassade fotografieren, als uns auch schon zwei Hunde entgegen kamen. Zum Glück wedelten diese aber mit dem Schwanz und hatten, erkennbar durch ihre geduckte Haltung, auch etwas Angst vor uns. Und dann kam deren Besitzer um die Ecke, gerade am telefonieren. Wir überlegten uns, nicht zu flüchten, sondern die Situation dort zu klären, das ist - wenn man erwischt wird - immer die beste Möglichkeit. Er kam also zu uns, beendete sein Telefonat und fragte uns: "Deutsch?", worauf wir logischerweise mit "Ja" antworteten. "Verboten!" erwiderte der Herr, welcher etwa um die 50 Jahre alt war. Was sollten wir darauf antworten? Mehr als ein "Joa..." konnten wir dazu nicht sagen, weil es uns ja durchaus bewusst war und durch die ganzen Verbotsschilder auch nicht zu leugnen war.

"Darf ich was zeigen? POLIZEI!", und just in diesem Moment riss der Herr einen vermutlich gefälschten belgischen Polizeiausweis aus der Hosentasche, welcher aber auch direkt wieder verschwand. Auch klappte er diesen nicht auf, sodass wir seine Identität bestätigen konnten. Uns wurde vorher gesagt, dass man in Belgien immer besonders freundlich gegenüber Polizisten sein sollte, was wir dann auch waren. "Okay, dann verlassen wir jetzt das Gelände", sagte Michael. Auf einmal fing der Herr an zu schreiben: "SA, SA, SA!" und schon fing er an, mit seinem Gehstock rum zu fuchteln. Wir haben die Situation erst absolut nicht verstanden, dachten er wollte die Hunde verscheuchten. Und auf einmal fing er an, uns damit zu schlagen. Völlig perplex wollten wir den Herrn zur Rede stellen, der war aber absolut nicht zu bremsen, fing an Michael zu schubsen.

Da wir aber keinen großen Ärger wollten, haben wir uns auch nicht gewehrt. Außerdem wusste man nicht, wie die an sich lieben Hunde reagieren, wenn man das Herrchen "angreift". Dass man ihm den Stock aus der Hand hätte reißen können und das den Hunden bestimmt gefallen hätte (Stöckchen holen mag jeder Hund!) ist uns leider erst später eingefallen. :)

Letztendlich scheuchte er uns in den Wald. Von dort aus gingen wir dann wieder in Richtung unserer Motorräder. Dort ruhten wir uns erst mal von der "Flucht" aus und waren immer noch völlig geschockt, was dort für Psychopathen rum laufen und was da gerade abging. Auch erstaunt waren wir über seinen Mut, immerhin hat er sich mit drei erwachsenen Personen angelegt - und das nahezu unbewaffnet.

Wir zogen uns gerade an, da fuhr er mit seinem Landrover an uns vorbei, guckte blöd. Mittlerweile können wir uns das ganze nur dadurch erklären, dass er 1. Hass auf Motorradfahrer, 2. Hass auf Deutsche hat 3. einfach nur ein Rad ab hat. Oder alles zusammen.

Naja, als wir die Geschichte halbwegs verdaut hatten, fuhren wir weiter. Eigentlich wollten wir nach Luxemburg, allerdings wurde es schon relativ früh dunkel, weshalb wir uns ein Hotel in Deutschland, genauer in Neuerburg. Ein so dringendes Bedürfnis zu Duschen empfand ich in meinem ganzen Leben noch nicht! Der Rückweg von Noisy durch den Wald war einfach extrem - in Motorradklamotten wohlgemerkt.

Wir aßen noch etwas im hoteleigenen Restaurant, tranken ein paar Bier und gingen dann zu Bett. Was für ein Tag!