Pahlen.org Fotoblog

19Feb/100

Fotografieren von Gewittern

Diese Bilder kennt jeder: satte Blitze donnern aus den Wolken in den Boden nieder. Um solche Bilder zu machen, sollte man sich vorher Gedanken machen - denn einen Blitz zu erwischen ist gar nicht mal so einfach.

Vorher muss man sich klar machen, wie kurz der Moment eines Blitzes doch eigentlich ist - und wo technische Grenzen sind. Denn bis die Kamera tatsächlich ausgelöst hat, kann bei einem Blitz schon wieder alles vorbei sein;

  • Reaktionszeit des Menschen
  • Drücken des Auslösers
  • Hochklappen des Spiegels (bei DSLR)
  • Öffnen der Blende
  • Belichten

Also muss man sich genau überlegen, wie man die Naturgewalt nun einfangen will. Ich verrate ein paar Tricks, wie man das ganze deutlich einfacher gestalten kann!

Tipp 1: Stativ und Fernauslöser

Aus der Hand wird das nichts. Deshalb benötigt man auf jeden Fall ein halbwegs gutes Stativ (was auch bei leichtem Wind noch stehen bleibt!) und einen Fernauslöser, damit man die Kamera beim Auslösen nicht groß verwackelt. Wenn man keinen Fernauslöser hat, kann man auch eine Zeitverzögerung einstellen (mag ich persönlich aber eher weniger).

Tipp 2: Einstellungen für die Kamera

Bei Nachtaufnahmen muss man besonders darauf achten, dass man möglichst wenig Rauschen erzeugt - denn das sieht man auf dem dunklen Hintergrund besonders stark. Doch was ist für ein Rauschen verantwortlich? Einmal der ISO-Wert, also die Empfindlichkeit des Sensors. Je niedriger dieser Wert ist, desto weniger Rauschen schleicht sich ins Bild ein. Zumal spielt auch die Belichtungsdauer eine Rolle, denn durch das Belichten ab mehreren Sekunden erwärmt sich der Sensor - was ebenfalls Rauschen erzeugt, aber bei der Blitzfotografie nur eine kleine Rolle spielt, denn meistens spielt sich dieses Naturschauspiel nachts ab - und wenn der Sensor nicht großartig belichtet wird, dann kann er sich auch nicht erwärmen ;-) .

Also sollte man auf jeden Fall einen niedrigen ISO-Wert wählen, ich bevorzuge ISO100 oder bei etwas kleinerer Blende auch ISO200 (aber nur selten). Ebenfalls sollte man eine relativ große Blende (also eine kleine Blendenzahl) verwenden, ich bevorzuge f8, denn das ist ein guter Kompromiss zwischen Schärfe und Lichtdurchlässigkeit. Als Schärfeebene sollte man "unendlich" wählen - bei günstigeren Kit-Objektiven ist diese leider nicht eingezeichnet, allerdings sollte man sie auch ohne Kennzeichnung finden (aber Achtung: Es gibt auch einen Punkt über "unendlich"!).

Tipp 3: Standortwahl

Nicht jeder Ort eignet sich für die Gewitterfotografie. Am besten ist ein kleiner Berg, auf dem man über eine große Fläche schauen kann. Wichtig ist, dass sich keine Äste o.ä. im Bild befinden - das sieht dann bescheiden aus!

Tipp 4: Fotografieren ohne Auszulösen

Hört sich blöd an, ist es aber gar nicht: Mit dieser Methode kann man die ersten 4 Punkte die ich oben aufgezählt habe einfach streichen. Es ist ganz simpel: Man stellt die Kamera auf BULB (es wird also so lange belichtet, wie der Auslöseknopf gedrückt wird) und löst aus. Doch davor sollte man sich ein Stück schwarze Pappe zurechtschneiden, welche man vor das Objektiv hält - denn wenn man das tut, wird nicht/extremst wenig belichtet. Natürlich sollte man die Pappe nicht erst wegziehen, wenn es schon geblitzt hat - meistens kann man den Wolken ansehen, wann es blitzt. Mit ein bisschen Übung ist das nicht sonderlich schwer!

Der Vorteil an dieser Methode ist ganz klar: Man kann mehrere Blitze auf einem Foto einfangen! Übertreiben sollte man es aber auch nicht ;-) .

Tipp 5: Vorzeitiges Hochklappen des Spiegels

Einige Kameras unterstützen den sogenannten "Live View". In diesem Modus kann man bei DSRL-Kameras das Bild schon vor dem Auslösen auf dem Bildschirm sehen. Vorteil dabei ist, dass der Spiegel dafür schon hochgeklappt ist und man somit auf die Verzögerung durch den Spiegel verzichten kann. Das ganze bringt aber nur etwas, wenn sich jemand doch daran versuchen will, selbst auszulösen.

Tipp 6: Fotografieren mit elektronischen Tricks

Sehr benutzerfreundlich, aber sicherlich nicht für Jeden machbar ist folgende Variante: Hat man eine Kamera, an die man einen externen Auslöser anschließen kann, so können sich Leute, die Ahnung von Elektronik haben, eine schöne Schaltung selber bauen: Einen Blitz-Auslöser. Würde ich das Funktionsprinzip hier erklären, würde das den Rahmen sprengen, deshalb nur eine (sehr) kleine Erklärung: Es wird ausgelöst, wenn ein Sensor Licht wahrnimmt. Mehr dazu findet man hier: http://www.astro.uni-bonn.de/~kbagschi/blitz.shtml